„Viele Wege gehen wir tagaus …“ – ein Bericht vom Multiplikatorenkurs in Hamburg

Kett-Pädagogik zu erfahren und anzuwenden heißt, sich auf neue Erfahrungen einzulassen, heißt sich sinnenhaft – leiblich und in wohltuender Weise in ein Thema zu vertiefen. Dies führt bestenfalls zu neuen eigenen Erkenntnissen, immer aber zu neuem Erleben und der Aneignung eines Themenfeldes …

Als Thema des Moduls war „Brot zum Leben“ aufgerufen. Für mich war die Sache klar: Es geht ums Abendmahl. Aber genau da beginnt schon die eigene Lernkurve: Es ist nie einfach nur das eine. Themen werden in ihre einzelnen Bauteile zerlegt und so näherten wir uns über verschiedene Aspekte, immer in Anschauungen und selbst erlebbar, diesem Thema. Das ist, wie oben schon erwähnt, persönlich bereichernd. Es füllt das eigene Praxisrepertoire und setzt eigene kreative Prozesse bei der Entwicklung eigener Anschauungen frei. Extrem konstruktiv und positiv erlebe ich dabei das wertschätzend-wahrnehmende Feedback und den Austausch in unserer Gruppe. Wir kommen aus unterschiedlichen Praxisfeldern und sind ökumenisch zusammengewürfelt – das trägt dazu bei, über den Tellerrand hinaus zu schauen und öffnet das eigene Denken noch einmal zusätzlich.

Nachdem der inhaltliche Schwerpunkt im ersten Modul auf der Wiederholung und Vertiefung des Phasenmodells gelegen hatte, stand im zweiten Modul die Strukturierung und Erarbeitung eines Themas anhand von Erfahrungsfeldern im Mittelpunkt des theoretischen Arbeitens. Aus der (Erfahrungs-) Spirale heraus haben wir gemeinsam in der Mitte erarbeitet, wie und wodurch Kinder sich selbst und ihre Umwelt erfahren und was dabei zu beachten oder auch nötig ist.

Hilfreich ist dabei, dass das Gelernte gleich in praktischen Erprobungen angewendet und reflektiert werden kann. Ein weiterer theoretischer Schwerpunkt war die Arbeit mit Symbolen, anhand eines eigenen mitgebrachten Symbols. So konnten wir auch hier ganz praktisch angeleitet über die Theorie und Pädagogik nachdenken, die den Hintergrund zur Verwendung von Symbolen bildet.

Eine persönliche Bereicherung ist mir selbst der gemeinsam vorbereitete und gefeierte Gottesdienst zum Ende der Seminarwoche. Hier bekommt alles – die Kett-Pädagogik, die Gruppe, das Thema der Woche – einen geistlich-spirituellen Rahmen, in dem alles aufgehoben aber auch zusammen gebunden wird.

Die beiden Referentinnen Maria Steinfort und Patricia von Massenbach-Wahl führen dabei souverän, mit viel Erfahrung und Fachkompetenz durch diesen Kurs. Sie haben die Themen, die am Rand entstehen im Blick und stellen sich auch kurzfristig darauf ein und nehmen sie gekonnt auf. Durch ihre Form der Leitung und in der Begegnung mit den Teilnehmenden bekommt man ein gutes Bild davon, was mit Herzensbildung in der Kett-Pädagogik gemeint ist.

In diesem Modul haben wir ebenso wie im ersten viel praktisches Werkzeug an die Hände bekommen, durften selbst erarbeiten und erproben und haben auch immer die theoretische Unterfütterung dazu bekommen. Ich kann diesen Kurs nur empfehlen und dafür werben. Er ist eine ausgezeichnete Zusatzqualifikation für alle, die religionspädagogisch mit Kindern arbeiten und öffnet die eigenen Horizonte.

Sandra Peters-Hilberling
Projektleiterin Perlen des Glaubens
Pastorin St. Simeon-Kirchengemeinde Hamburg Alt-Osdorf

 

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