Mit mehr als allen Sinnen das Göttliche suchen

Ein Bericht von der Sommerwoche in der Oase Steinerskirchen …

Montag, 24.07.2017

Für viele ist es inzwischen so etwas wie ein Nach-Hause-Kommen, wenn zwischen sanften Hügeln, inmitten von Feldern, plötzlich das Hinweisschild der „Oase Steinerskirchen“ auftaucht… und es fühlt sich schon fast nach Familie an, wenn das große Wiedersehen mit einem „Hallo, schön, dich zu sehen…“ oder „Fein, dass du wieder dabei bist …“ in verschiedenen dialektalen Färbungen zu hören ist.

Ein zarter Kaffeeduft mit herrlichem Kuchen rundet dann das ganze Ankommen und Wiedersehen ab und lässt die Freude des Angekommen-Seins auch durch den Magen gehen. Jene fleißigen Leute, die sich schon den zweiten Tag im Redaktionsteam und im Zertifizierungsausschuss durch einen regelrechten Sitzungs-Beratungs-Planungs-Dschungel geangelt haben, gesellen sich dazu und die Woche kann beginnen…

Welcher Melodie folge ich? Wer hilft mir, meiner Lebensmelodie zu folgen? Wie höre ich sie inmitten all der anderen Töne? Gerda Graiss und Kerstin Lermer nahmen uns in einer Einstiegs-Einheit mit hinein in die Erzählung „Immer an deiner Seite“ – diesen Fragen auf der Spur.

Tief berührt wurden wir am Abend dieses ersten Tages von Anita Würkners Abendlob „Öffne den Himmel in meinem Herzen“.

Dienstag, 25.07.2017

In den Jakobus-Tag stimmte uns Andrea Alt mit dem Morgenlob „Den Aufbruch wagen“ ein, während die anschließende Zeit unseren beiden Referentinnen, Prof. Dr. Christa Georg-Zöller und Maria Steinfort, gehörte.

In einem sehr gelungenen Mix aus interessanten, tief gehenden und wertvollen theoretischen Inputs und praktischen Anschauungen und Übungen konnten uns die beiden Frauen sofort fesseln und uns in die Überlegungen der Korrelationsdidaktik, in das mystagogische Lernen und in die Chancen der performativen Religionsdidaktik mitnehmen. Immer wieder gelang es den Referentinnen Brücken zur Kett-Pädagogik zu schlagen und Impulse für künftige Überlegungen für diese Pädagogik, aber auch für unsere Arbeit vor Ort zu geben.

Drei zentrale Aussagen sind uns allen wohl in Herz und Kopf hängen geblieben:

  • ich muss echt sein, damit mystagogische Begleitung wirklich gelingen kann
  • die Frage nach sich selbst ist immer auch die Frage nach Gott
  • wenn ich richtig ICH sagen kann, kann ich richtig DU sagen, kann ich richtig GOTT sagen

Verdichten durfte sich das Ganze dann im praktischen Erleben von Kirchenraum-Pädagogik in der Steinerskirchener Kirche. Da wurde spür- und erlebbar, was Mystagogie in sich bergen kann und was Karl Rahner sagen wollte, als er meinte: „Der Fromme von morgen wird ein Mystiker sein, oder er wird nicht mehr sein“.

Der „Geisterbär“, eine Abendeinheit von Antje Buggisch, rundete den Tag noch ab – bevor viele müde und erfüllt entweder sofort ins Bett – oder über einen kleinen Umweg über das Stüberl dorthin gelangten.

Mittwoch, 26.07.2017

Ein liebevolles Mittebild und die Erzählung des kleinen Lobes stimmten uns im Morgenlob von Daniela Tempel in den neuen Tag ein.

Dass wir in unsere Arbeit draußen vor Ort immer auch uns selbst, mit unserer eigenen Geschichte, mit unserer Vergangenheit mitbringen, und dass die Kinder, mit denen wir arbeiten, auch keine unbeschriebenen Blätter sind, das durften wir uns in der Biographiearbeit  mit Kerstin Lermer und Gerda Graiss im Laufe des Mittwoch-Vormittages bewusst machen. Dabei müssen wir uns immer wieder auch neuen Herausforderungen und auch manchen Schwierigkeiten stellen. Welche Worte, Sätze und Zusagen helfen uns da weiter? Was hilft mir im Fluss des Lebens?

In einer tief gehenden Anschauung suchten wir danach, bevor der freie Nachmittag dazu genutzt wurde, die Geschäfte in Ingolstadt unsicher zu machen, oder aber die Umgebung der Oase zu erkunden oder einfach nur, sich auszuruhen und vieles sitzen zu lassen… oder sich zu rüsten für den bunten Abend mit Tänzen, Liedern, Spielen, Wettbewerben und einem herrlich bunten Buffet mit Köstlichkeiten aus den verschiedensten Regionen und Ländern der Teilnehmer/innen und fast schon zur Tradition gewordenen Geschichten für die Lachmuskeln…. Insider wissen schon: die Waldkapelle!!!

Donnerstag, 27.07.2017

Der Donnerstag galt ganz der Praxis. Trainer/innen und Kursleiter/innen machten sich in drei Gruppen an die Arbeit, um Einheiten für mystagogische Erfahrungen für Kindergarten, Grundschule und Erwachsene auszuarbeiten. Da flogen die Ideen nur so durch den Raum, da klapperten die Tasten des Laptops, wurden Verleiblichungen ausprobiert, Lieder gedichtet, Symbole neu mit Leben gefüllt und Diskussionen geführt… während im großen Raum die Teilnehmerinnen Grundübungen der Kett-Pädagogik mit Liedern, Tänzen und Geschichten erleben durften und sich vertieft mit der Eigen-Art unserer Pädagogik vertraut machten.

Zum Gottesdienst am Abend, in welchem wir auch mit allen Sinnen Gott suchten, kamen Franz Kett und Hanni Neubauer als Gäste dazu. Welch eine Freude! Welch ein tiefes Miteinander-Beten und Miteinander-Feiern!

Freitag, 28.07.2017

Nach Steinerskirchen zur Sommerwoche zu kommen, ist auch ein Zur-Quelle-Kommen, von der man gestärkt wieder heimkehren und den Alltag bewältigen kann. Dies wurde uns im gemeinsamen Morgenlob mit Antje Buggisch bewusst, wenn wir miteinander den Psalm „Bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht sehen wir das Licht“ beten, erleben und zum Ausdruck bringen durften.

Dies wurde aber auch im anschließenden Austausch und vor allem in den Rückmeldungen deutlich, als wir in der „Steinerskirchener Melodie 2017“ eine Sinfonie aus rückblickenden Erinnerungen komponierten. Da schwangen viele gute Töne mit und endeten in einem tosenden „Fortissimo“ des Dankes an Kerstin Lermer, Antje Buggisch und Gerda Graiss, die diese Woche leiteten -und an alle, die rundherum noch mitgeholfen und beigetragen haben.

Vielen Dank für das Zuhause-Fühlen, das Lernen und Erfahren, das Miteinander, für den Gang zur Quelle, für das Öffnen unserer Sinne für das Göttliche und für das Hören auf die eigene Lebens-Melodie!

Carmen Ploner, Südtirol

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