Vom Brot des Lebens

Vom 22. bis 26. Februar 2017 war es wieder soweit und wir trafen uns bereits zum dritten Modul des Multiplikatorenkurses im Haus Himmelspforten in Würzburg. Die Tage waren überschrieben mit „Brot des Lebens“, und in Märchen, Legenden, biblischen Geschichten und Sinngeschichten begegneten wir dem Thema auf vielfältige Weise …

Mit einer Anschauung zum Brot stiegen wir ins Thema ein und gleichzeitig in die Auseinandersetzung mit symbolisierenden Handeln und Gestalten, das in der Kett-Pädagogik eine wichtige Rolle spielt. Wie können wir mit einem Symbol arbeiten, um in eine Beziehung mit ihm zu kommen und dadurch Lebenswissen zu erschließen? Wie gestaltet sich der Prozess des Symbolisierens und welche Elemente sind dabei von Bedeutung? Bei der Auseinandersetzung mit solchen Fragen, begegnete uns auch die Erfahrungsspirale wieder, die wir als wesentliche Grundlage begriffen, um Sequenzen zu einzelnen Themenfeldern zu erarbeiten.

Auf ganz intensive Weise beschäftigten wir uns mit der „Speisung der 5000“, von der in den Evangelien berichtet wird. In kleinen Gruppen arbeiteten wir mit dem Bibeltext, diskutierten über Verständnisfragen und unterschiedliche Vorstellungen, erörterten Zugänge und Herangehensweisen sowie Möglichkeiten, um an die Lebenswirklichkeit der Zielgruppe anzuknüpfen und altersgemäß mit dieser Bibelstelle zu arbeiten.

Die Ergebnisse des Ringens in der Kleingruppe und der rauchenden Köpfe konnten sich durchaus sehen lassen. Es war faszinierend, in welcher Vielfalt Ideen zur Umsetzung der Bibelstelle präsentiert wurden, mit welchen Kernaussagen man arbeiten kann und wie unterschiedlich die Zugänge über die Lebenserfahrung der Kinder und Jugendlichen sein können. So ging es nicht nur darum, Brot, Tücher und Legematerial zu teilen, sondern auch um das Teilen toller Ideen, von der wir in unserer Arbeit zehren können.

Eine intensive Auseinandersetzung mit der Symbolik von Märchen und Legenden bescherte uns Christine Krammer. Sehr eindrucksvoll erzählte sie die Legende vom Heiligen Georg, dem Drachenzähmer und wir konnten erleben, wie viele existentielle Erfahrungen in so einer Legende stecken: das Untier, der König, die verletzliche Königstochter, die Stadtbewohner aber auch der Mut des Heiligen Georg. Auch das Märchen Dornröschen und seine Verbindung zur biblischen Auferweckung der Tochter des Jairus, sowie das Märchen Die sieben Raben brachten viele innere Bilder zum Klingen. Und so öffnete sich nicht nur die Dornenhecke, die zum Blühen kam und den Weg zu Dornröschen freigab – für die eine oder andere öffnete sich sicherlich auch der Weg zu einer neuen Sichtweise auf die tiefen Lebenserfahrungen, die in Märchen und Legenden stecken.

Am Sonntagmorgen feierten wir einen sehr anrührenden Gottesdienst, durch den uns die Emmauserzählung begleitete und wir spüren durften, welche Kraft im Teilen des Brotes steckt.

So verging das dritte Kursmodul wie im Flug. Ein besonderer Dank gilt allen, die wie Brot für andere waren: in persönlichen Gesprächen, in einem Lächeln, einer Geste oder einem lieben Wort und in all den vielen Ideen, Inhalten und Anregungen die uns noch weit über die Tage in Würzburg hinaus begleiten.

Christina Kohler

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