Feuer und Flamme für die ganzheitlich sinnorientierte Pädagogik

Feuer und Flamme für die ganzheitlich sinnorientierte PädagogikEine bunt gemischte Gruppe aus 28 Frauen – von Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen über Heilpädagogin, Vollzeitmama und Lehrerin, mit einer Altersspanne von Anfang zwanzig bis Anfang sechzig, allen gemeinsam die Faszination für die ganzheitlich sinnorientierte Pädagogik – traf sich am 14. April im Evangelischen Kindergarten Fohlenkoppel in Erlangen-Buckenhof …

Margit Kaiser und Antje Buggisch hatten mit viel Material, Kreativität und ansteckender Begeisterung zwei Anschauungen für uns vorbereitet.

Der Baum als Bild fürs Leben

Baum„Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen …“ Ausgehend von der Betrachtung einer Baumscheibe mit ihren Jahresringen und den an ihr zu entdeckenden Zeichen der Zeit befassten wir uns mit dem Sinnbild des Baums. Er wurzelt in der Erde, streckt sich nach der Sonne aus und wächst ihr entgegen, er bringt Früchte, durchlebt den Jahreskreis, entwickelt sich. Der Baum kann und wird häufig als Bild für uns Menschen, für unser Leben, gebraucht. Ganzheitlich mit allen Sinnen, durch Körper und Gestik dargestellt, getanzt und besungen haben wir den Baum entdeckt und empfunden. Dazu gab es viele Ausführungen und Anregungen für passende Einheiten in Kindergarten und Kindergottesdienst. Jede von uns gestaltete mit einer eigenen Baumscheibe als Basis ihren eigenen (Lebens-)Baum, indem wir für jedes Lebensjahrzehnt einen „Ring“ um die Scheibe gestalteten.

Mich hat diese Einheit besonders angesprochen, weil ich demnächst einen runden Geburtstag „begehe“. Die Jahresringe und die Spuren, die das Leben hinterlässt, schöne und belastende Erlebnisse, haben einen Ausdruck im Bodenbild bekommen. Ich kann mir „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen“ auch sehr gut für die Biografiearbeit mit Senioren vorstellen. Und so zeigt sich mal wieder, was mich von Anfang an bei der ganzheitlich sinnorientierten Pädagogik begeistert hat, wie vielfältig einsetzbar sie ist.

Erde und Feuer

Vulkan 2Nach einer kurzen Pause und Informationen zum Verein folgte die zweite Einheit: „Es wurde die Erde – der Erdkreis“. Entdeckt haben wir zunächst ein braunes Stoffviereck, das durch Aufschlagen zum Kreis wurde. Hierbei gab uns Antje viele Anregungen, die sich in Krippe und Kindergarten hervorragend zur mathematischen Bildung gebrauchen lassen.

Aus dem braunen Stoffkreis entwickelte sich schließlich Schritt für Schritt zunächst ein großes Feuer aus aufgestellten Tüchern in den Farben gelb, orange und rot, zu dem Assoziationen gesammelt wurden. Nach einem Feuertanz mit farblich passenden Chiffontüchern wurden diese auf den „Flammen“ abgelegt. Der Zusammenhang des so entstandenen Feuerbergs zu unserer Erde – einst ein Feuerball – wurde hergestellt.
Wir griffen die Redewendung „für etwas Feuer und Flamme sein“ auf.

Die über viele Millionen von Jahren langsam abkühlende Erde bekam eine feste Kruste, einen Erdmantel aus braunen Tüchern. Ein Vulkan entstand eindrucksvoll vor unseren Augen und wurde mit Lavagestein und Lavaerde ergänzt. Schließlich gestaltete jede von uns noch ihr eigenes, individuelles Feuerbild mit passenden Materialien um den Vulkan herum.

Einstieg in die Pfingstzeit

Auch dieses Sinnbild wurde thematisiert. Manchmal lodert in uns ein inneres Feuer. Wir tragen ein Feuer der Leidenschaft und Begeisterung in uns. Es gibt Situationen im Leben, in denen wir wie ein Vulkan ausbrechen wollen. Wir müssen uns abkühlen.

Feuer hat zwei Seiten: Es wärmt uns und sein heller Schein ist wunderschön. Es kann aber auch verbrennen, zerstören und verletzen. Gott schenkt uns das Feuer, aber wir müssen behutsam damit umgehen.

Die Einheit lässt sich gut als Einstieg in die vor uns liegende Pfingstzeit verwenden. Sie kann aber auch im Zusammenhang mit der Schöpfungsgeschichte eingesetzt werden oder – ergänzt um Einheiten zu den Themen Wasser, Erde und Luft – die vier Elemente aufgreifen.

Am Ende des Abends bleibt zu sagen, dass es sicher niemand bereut hat, einen der ersten schönen Frühlingsabende in der Turnhalle des Kindergartens verbracht zu haben. Inspiriert von den beiden Anschauungen und dem Austausch unter Gleichgesinnten, hat sich der Frühling auch in unserem Inneren ausgebreitet und wir sind wieder einmal mehr Feuer und Flamme für unsere Arbeit in den unterschiedlichen Einsatzorten.

Nicole Schweiger

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