Besuch im Land der Morgenstille – Reisebericht von Franz Kett

Besuch im Land der MorgenstilleKorea, das Land der Morgenstille wird von Gegensätzen geprägt. Bergiges Land mit Kiefern, Föhren, Laubgehölz wird durchschnitten von einer Vielzahl von Autobahnen; meditative Stille und landschaftliche Harmonie in alten buddistischen Tempelanlagen wechselt mit Lärm, Hektik in den städtischen Ballungszentren, wo über 80 % der Bevölkerung in bizarren Hochhausanlagen wohnen …

Und dann – in einem alten Viertel der Metropole Koreas Seoul, mitten unter alten koreanischen Häusern aus Holz, mit blauen geschwungenen Ziegeldächern das Kloster der Schwestern unserer lieben Frau, eine Oase der Ruhe und Erholung.

Korea1Im vierten Stock des Bildungshauses hat das Koreanische Institut für ganzheitlich sinnorientiertes Erziehen und Bilden sein Zuhause: ein Seminarraum mit Blick über die Stadt und zu den Bergen, ein Ausstellungs- und Verkaufsraum für Materialien, das Büro der Schwestern Anima und Oh-Song, die unsere Pädagogik in Korea vermitteln. Sr. Anima ist zugleich Oberin des siebzehn Schwestern zählenden Konvents.

Die Bildungstätigkeit beider Schwestern ist umfangreich. Kernangebot sind Seminare für Erzieherinnen, die teilweise aus ganz Korea anreisen. Drei solcher Seminare – sie umfassen jeweils sechs Samstage mit je fünfzig Teilnehmern – laufen derzeit. In einem Montagsseminar werden Katechetinnen, Pfarrschwestern, Kindergottesdienstleiterinnen mit unserer Pädagogik vertraut gemacht. Sr. Anima bringt ganzheitliches, sinnorientiertes Erziehen und Bilden auch wöchentlich im katechetischen Institut der Diözese Seoul ein.

Korea2Dazu kommen Veranstaltungen außerhalb der Stadt, übers ganze Land verteilt. Sie richten sich an Eltern, Theologiestudenten in den Priesterseminaren, Professschwestern. Einer Einladung nach Japan, Hiroshima, zu einer Fortbildung für Katecheten, Ordensleuten, Priestern kamen Sr. Anima und Oh Song mit Freude nach. Der Diözesanbischof beehrte den Kurs mit zweitägiger Anwesenheit.

Die Intention der Fortbildungen ist bei beiden Schwestern, ihrer Berufung entsprechend davon geprägt, die frohe Botschaft des Evangeliums zu verkünden. Das Arbeiten fußt dabei auf einer breiten anthropologischen Basis unserer Pädagogik. Die Teilnahme an den Kursen ist nicht konfessionsgebunden. Es finden sich neben Christen, Buddisten, Konfuzianern auch viele Menschen ohne Konfession ein.

Korea3Im Rahmen einer Einladung nach Korea, der meine Frau und ich vom 9. auf den 24. Oktober 2014 nachkamen, konnten wir an einem Samstagsseminar teilnehmen. Die Qualität der Fortbildung war sehr überzeugend. Die etwa fünfzig Teilnehmerinnen, vorwiegend Erzieherinnen aus Kindertagesstätten, darunter sechs Ordensschwestern, waren sichtlich mit großer Freude und Aufmerksamkeit bei der Sache. Die Thematik umfasste im ersten Teil Übungen zum Dasein, Miteinandersein und zur Mittefindung. Gestalt, Wesen, Aufgabe des Engels standen im Mittelpunkt der Tagung. Eine Einführung in das Rosenkranzgebet (Oktober, der Rosenkranzmonat) bildete den Abschluß. Didaktische, methodische Anleitungen in unserer Pädagogik, persönliche Ergriffenheit, viel Freude standen im Raum. Den Kursleiterinnen gebührt hohes Lob.

Korea4Es waren für mich und meine Frau bewegende Tage in Korea. Es gilt da herzlich zu danken. Als besonderes Ereignis fiel in diesen Tagen unseres Aufenthalts die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Sr. Berthilde durch den deutschen Botschafter. Sr. Berthilde ist als deutsche Schwester Mitbegründerin der koreanischen Provinz der Schwestern von unserer lieben Frau. Was vor fast 50 Jahren mit wenigen Schwestern begann, ist zu einer stattlichen Gemeinschaft von über 230 Schwestern herangewachsen. Sr. Berthilde ist es auch, die unsere Pädagogik in Korea miteinführte und für ihre Verbreitung bis heute Sorge trägt. Ihr, allen Schwestern unserer lieben Frau, besonders den Schwestern Anima und Oh-Song viel Mut, Freude in der Arbeit und Gottes Segen.

Franz Kett

2 Gedanken zu „Besuch im Land der Morgenstille – Reisebericht von Franz Kett

  1. Elisabeth Wohofsky

    In tiefer Achtung vor Franz Kett freue ich mich darüber, dass seine Pädagogik soweit reisen darf……In meiner alltäglichen Arbeit im Kindergarten bin ich dankbar , auch auf diesem Weg sein zu dürfen….Gottes Segen erbitte ich für EUCH! Lieben Gruß aus der Steiermark!

    Antwort

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